Aus 1 mach 2: Mein Bienenvolk hat sich vermehrt!

Uh, das war knapp und ich habe dabei ganz schön geschwitzt!

Eigentlich wollte ich nur so prophylaktisch einen Ableger machen weil ich mein Volk sehr stark fand und Sorge hatte, dass ich aus Unerfahrenheit den richtigen Zeitpunkt verpasse und mir ein Schwarm abgeht. Immerhin war es erst Ende April. Mein Imkerpate scherzte noch, “So, du hast also Panik?…” Als wäre der Gedanke völlig übertrieben.

Und dann zeigte sich,  dass mein Ansinnen völlig berechtigt und höchste Eisenbahn war. Leider war ich mit meinem Imkerpaten allein, so dass keine Fotos von diesem Erlebnis gemacht werden konnten. Aber ich erzähle es euch gern, wen es interessiert:

SpielnäpfchenDas Volk war voll mit Spielnäpfchen. Das sind die Zellen, in denen die Königinnen herangezogen werden. Erst wenn in diese Spielnäpfchen auch Eier gelegt werden, wird das Spielnäpfchen zur Weiselzelle. In mindestens zwei wurden schon Jungköniginnen herangezogen, sie waren sogar schon Rundmaden, so groß, dass sie kurz vor der Verdeckelung standen.

Mit der Verdeckelung dauert es noch 8 Tage bis zum Schlupf. Die alte Königin verlässt ihr altes Zuhause aber schon kurz vor dem Schlupf. Das heißt, es war sehr knapp.

Sie sah so aus wie, die rechte Larve. Ich habe meine natürlich im Volk gelassen.

Bildquellen: https://beefree.fandom.com/de/wiki/Weiselprobe

Von Waugsberg – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4033810

Die Bienen hingen in Bienenbärten unten an den Wabenrändern, denn es gab zu viele Baubienen und zu wenig Platz für sie, um etwas zu tun zu haben. Das ist auch ein Treiber für das Schwarmbedürfnis. Es war zu eng für das große Volk. Es gab nicht genug Platz für die Brut und ich hätte schon früher einen weiteren Honigraum aufsetzen müssen.

In der Mitte des Brutnestes hatte ich längere Zeit 3 Waben nicht gezogen, weil ich nicht unnötig stören wollte. Hier hatten die Bienen die Zeit für großflächigen Wildbau genutzt. Das heißt sie haben einfach angebaut, bis sie unten an das Lüftungsgitter gekommen sind. Denn ich habe einen Hochboden und da ist noch ordentlich Platz bis runter. Eigentlich habe ich damit Glück gehabt, denn das ist wie ein Puffer. Ohne diesen Puffer wäre es den Bienen noch viel früher zu eng geworden. Den Wildbau habe ich entfernt.

Also, was habe ich gemacht um ein schwärmen noch zu verhindern? Es hat mich etwas überrascht, aber eigentlich ist es ja toll, dass ich eine echte neue Königin kriege und keine Notlösungskönigin aus einer so genannten “Nachschaffungszelle”. So hat sich das Volk den Zeitpunkt ausgesucht und es hat sich auch ausgesucht, wohin das Ei gelegt wird und auch wie viele Weiselzellen es haben will. Die Königin, die zuerst schlüpft, geht als erste Amtshandlung zu ihrer kleinen Schwester und bringt sie um die Ecke. Es kann nur eine geben. Damit habe ich den maximal natürlichen Ablauf im Bienenvolk, ganz im Gegensatz zum Zusetzten einer gezüchteten, externen Jungkönigin.

Nachschaffung bedeutet, das das Volk sich gar nicht vermehren wollte, aber wenn es merkt, dass die Königin auf einmal weg ist, weil sie für ein Ableger raus genommen wurde oder getötet wurde, dann braucht es notgedrungen ganz schnell wieder eine Neue. dafür wird ein ganz  junge Brut gesucht, wo dann eine Larve mit dem Gelee Royal gefüttert wird, was aus einem normalen Ei eine Königin werden lässt.

Ich habe unter diesen Voraussetzungen einen Königinnen-Ableger gemacht. Was ich ungefähr gemacht habe, kann man in diesem Filmchen eines anderen Imkers sehen:

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https://www.youtube.com/watch?v=B90O4ySxnRE

Ich war im Anschluss fix und fertig, weil ich solche Angst hatte, etwas falsch zu machen und am Ende mein altes und mein neues Volk zu schrotten. Die Zeit wird es zeigen. Nach 1 Woche kann ich bei der alten Königen nachsehen, wie es geht. Bei dem Volk, in dem die Königin nun schlüpft, muss ich 3 Wochen warten. So lange dauert es, bis die Königin geschlüpft ist, auf Hochzeitsflug war und hoffentlich angefangen hat zu stiften, das heißt ihre Eier zu legen.

 Der Blaue Maiwurm:

Dann wollte ich eich das hier noch zeigen: Kennt ihr dieses Tier? Ich habe ich nicht in meinem Garten gefunden, sondern in der Uckermark. Aber er hat etwas mit Bienen zu tun…

Violetter Ölkäfer oder auch Violette- bzw. Blaue Maiwurm (Meloe violaceus)

Nach der Paarung legt ein Weibchen 2.000 bis 10.000 Eier in eine selbst gegrabene Höhle ab. Die Entwicklung der Larven verläuft über eine Hypermetamorphose, die verschiedenen Larvenstadien sind also unterschiedlich gestaltet. Aus den Eiern schlüpfen die ca. drei Millimeter langen Dreiklauer (Triungulinus). Diese erklimmen eine Blüte, wo sie sich an ein anfliegendes Insekt als potentielles Wirtstier klammern. Nur wenn sie eine solitäre Wildbiene (beispielsweise eine Sandbiene oder eine Pelzbiene) erwischen, haben sie eine Chance zu überleben.

Sollte die Larve versehentlich eine Honigbiene ausgewählt haben, stirbt sie im Bienenstock. Dies erklärt die hohe Anzahl an abgelegten Eiern, da die Verlustrate sehr hoch ist. Diese Phase des Lebenszyklus ist ein Verbreitungsstadium. Anschließend leben die Larven parasitisch in den Nestern ihrer Wirte. Nachdem sie zunächst das Ei und danach das Nektar-Pollengemisch der Vorratskammer der Biene gefressen haben, verlassen sie das Nest. Sie häuten sich ein weiteres Mal und sind danach eher madenartig und kaum beweglich, mit zurückgebildeten Beinen. Diese Larven verpuppen sich, aus der Puppe schlüpft der fertige Käfer zwischen März bis Mai (“Maiwurm”).

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Violetter_%C3%96lk%C3%A4fer

Das potentielle Opfer: Meine Pelzbiene hängt wieder am Eingang rum, schlechtes Wetter.

2 Comments

  1. Hallo,
    das war wieder mal ein sehr interessanter Beitrag. Ich hatte mir vorher noch keine Gedanken gemacht. wie aus einem Bienenvolk zwei werden werden. Ich hatte im Fernsehen gehört, dass Bienenköniginnen gehandelt und per Post verschickt werden und dachte, wenn sie ankommen, fangen diese an, ihr eigenes Volk zu legen und zu füttern, bis sie genug Nachwuchs aufgezogen hat, de ihr die Arbeit abnimmt. Man lernt immer noch dazu.
    Ich hoffe, Deine Last-Minute-Aktion war erfolgreich.

    Dank für den informativen Beitrag

    Karin

    • sas

      Mai 16, 2019 at 10:40 pm

      Hallo,
      ja verrückt und es geht noch verrückter weiter, erzähle ich dir am WE. Mein Plan hat nicht funktioniert, ich musste am Montag einen Schwarm einfangen, wir haben ein Filmchen davon gedreht. Jetzt habe ich 3 Völker. Das Muttervolk hört aber nicht auf mit dem Schwarmtrieb, ich habe bis zum heutigen Tag 9 Weiselzellen aus dem Volk geschnitten, aus denen die Königinnen auch sofort raus geschlüpft sind. Einige konnte ich verschenken, 2 wurden von einer Stärkeren im Transportbehälter gemeuchelt. Aber es ist immer noch mind. eine ungeschlüpfte im Volk, ich höre sie quaken und die neue Geschlüpfte. Ich konnte wegen Regen meine Arbeiten nicht abschließen. uiuiui
      lg sas

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