Der Gemüsegarten im Mai

Bitte entschuldigt, dass ich so lange auf neue Gartenpost warten lasse, aber ich habe immer so viel zu tun, dass ich kaum Zeit finde zu schreiben. Ich mache zwar schrecklich viele Fotos, aber das Sortieren, Auswählen und das Schreiben, dauern so lange, dass ich es derzeit immer vor mir her schiebe. Aber jetzt gibt es endlich mal den Blick in den Gemüsegarten, bevor der Mai vorbei ist:

Der Gemüsegarten sah noch lange recht traurig aus im Vergleich zu den Staudenbeeten, wo immer alles früh Fahrt aufnimmt. Aber jetzt sieht es auch hier schön aus und es gibt überhaupt etwas zu sehen. Ich habe das Neu-mulchen der Wege fast abgeschlossen, es fehlen noch 5 Prozent. Gestern habe ich vor den Toren Berlins einen Baumarkt gefunden, wo die Holzhäcksel 30 Prozent weniger kosten, jeah! Die sind ja in letzter Zeit vergoldet worden und ich rege mich jedes Mal tierisch über diesen Wucher auf. Schön sieht es jetzt aber aus. So frisch! Da kann ich jetzt wieder 1 Jahr lang, vielleicht auch zwei drauf rum trampeln:-)

Im unteren Bild sieht man das Kräuterbeet. Es sieht aus, als würde es aus allen Nähten platzen, aber noch hat alles seinen Platz.

Eigentlich ist mir mein Gemüsegarten zu klein, deshalb pflanze ich so dicht. Ich habe so viel, dass ich unterbringen möchte. Ich möchte aber auch nichts vom Staudengarten abknapsen, bzw. gibt es einfach Bereiche, die für den Gemüseanbau weniger geeignet sind. Das schränkt die verfügbare Fläche einfach ein. So geht es wohl jedem Gärtner.

Das oben soll natürlich Bergbohnenkraut heißen, keine Ahnung warum das fehlt. Neu bekommen habe ich die Lauchzwiebelart “Winterhecke”, die ich seit meiner Kindheit sehr liebe. Leider waren meine bisherigen Versuche sie in meinen Garten zu kriegen nicht fruchtbar. Die Aussaat hat nicht geklappt, dann hatte ich mal einen Ableger und der bekam eine Art Fäule und dann kam lange nichts. Diesen Ableger habe ich von meiner Nachbarin bekommen und er scheint angewachsen zu sein. Butterbrot mit Lauch ist für mich ein klassisches Sommer-Garten-Abendbrot und eine geliebte Familien-Erinnerung.

Auf diesen Beeten sieht es schon gut voll aus. Das liegt am Knoblauch, der schon im Oktober gesteckt wurde und deshalb sehr groß ist. Im ersten Beet wachsen links und rechts davon Radieschen und Rettich sowie Kopfsalat und der Asia-Salat Red Giant. Der Schnittlauch ist allgegenwärtig. Er ist sehr vermehrungsfreudig und die Bienen lieben ihn, deshalb behalte ich so viel davon. Ich hatte ihn, ebenso, wie den Knoblauch und den Schnittknoblauch auch mal überall verteilt um schädliche Pilze im Boden zu bekämpfen.

Der Kopfsalat Laurenzio und der Red Giant (oben und unten im Bild) haben sich auf einem anderen Beet selbst ausgesät. Ich habe sie Anfang April von dort entnommen und hier eingepflanzt. Laurenzio ist meine Lieblingsorte Kopfsalat, denn die Blätter werden bei mir nicht bitter. Das ist aber oft ein Problem mit anderen Sorten im Freiland, weil die Wassergaben schwanken und die Sonne stark auf sie einstrahlt. Viele Salate reagieren mit dem Ausbilden von Bitterstoffen auf erschwerte Bedingungen und ihre Blätter werden so ledrig. Das macht keine Freude sowas zu essen und dann brauche ich es auch gar nicht anbauen.

Auf dem Beet daneben wachsen Erbsen. Ich hatte sie schon früh gesät aber sie sind sehr schlecht und unregelmäßig aufgegangen. Ich musste noch mal nachsäen und deshalb sind sie so unregelmäßig groß.

Links davor wachsen der Pflücksalat “Amerikanischer Brauner” und eine Babyleaf-Mischung. Der “Amerikanische Braune” ist sehr wüchsig und unkompliziert aber wenn man seine Größe durch regelmäßiges Beernten nicht beschränkt, wächst er schnell zu echten Palmen von über 1 Meter Höhe heran und macht sich breit. Rechts neben den Erbsen wieder ein Beet mit Knoblauch.

Zwischen dem Knoblauch wächst Eichblattsalat. Das Saatband “Italienische Salatwiese” ist 2 Mal nicht aufgegangen. Hinter dem Kräuterbeet ist das Beet zur Hälfte mit Blumen bestellt, dieses Jahr vor allem mit Seidenmohn. Im vorderen sonnigen Bereich steht Knoblauch, mal wieder :-) und dazwischen Möhren.

Gegenüber davon mein Ansaatbeet: In der Sommerzeit wird es von Kürbis eingenommen werden, aber da dieser noch so klein ist und bis nach den Eisheiligen noch im Töpfchen im Gewächshaus stand, wachsen hier im vorderen Bereich des Bildes verschiedene Rettiche und Radiese. Bis der Kürbis sich ausbreitet, werden sie abgeerntet sein. Es ist auch die Ansaatfläche für rote Beete und Mangold. Auch sie werden später nicht mehr hier stehen. Sie ziehen auf de Flächen, wo die Salate oder Rettiche abgeerntet sind. Das Gitter dient wieder dem Schutz vor meinen Katzen.

Hier sieht man den anderen Teil des Beetes besser. Hier wachsen derzeit noch Kohlrabi und die anderen Kopfsalate, die sich hier aussäten und die von mir nur pikiert und in Reihe gepflanzt wurden. Garten der sich selbst macht, ich liebe sowas! Am Kohlrabi fressen wie jedes Jahr die Schnecken. An die Dunklen scheinen sie weniger zu gehen. Das baue ich nächstes Jahr aus.

Das war der erste Salat der Saison und die ersten Radieschen. Ich wünschte ich könnte schon mehr ernten. In dem abgedeckten Beet unten wächst auf dem Mittelstreifen Pak Choi und Tatsoi. Rechts von der Reihe habe ich Palmkohl gepflanzt, links davon habe ich gerade Bohnen gelegt.

Auf dem Hochbeet sollen dieses Jahr Kartoffeln wachsen, sowie Zucchini und wie immer eine Freilandgurke. Die Kartoffeln lassen sich noch nicht blicken. Die gesäte Zucchini wurde von den Schnecken fast vernichtet. Ich weiß nicht, ob sie sich noch mal erholt Aber ich habe eine Andere von meinem Nachbarn geschenkt bekommen, normal grün, nicht gestreift, wie die die ich gesät hatte. Die Gurken wollten nicht aufgehen bisher, vielleicht war mein Saatgut zu alt. Ich habe deshalb jetzt eine gekauft. War die letzte im ganzen Pflanzenmarkt und sah auch nicht toll aus, aber es war vielleicht meine letzte Chance. Der Katzenschutz ist mobil und passt auch gut auf das Hochbeet, super praktisch.

Hinter den Wieseniris ist das Spargelbeet. Der Spargel wächst unglaublich schnell. Wenn es nicht gerade eine Kälteperiode gibt, kann ich alle drei Tage so eine Hand voll ernten.

Ich esse jeden Morgen meinen Spargel mit Rührei, aber ich habe auch schon leckeren Flammkuchen mit Kräuter-Creme-fraiche, Spargel und Schnittlauch gemacht oder Spaghetti mit Meeresfrüchten, Spargel, Rucola und Kirschtomaten, mir fällt da viel ein. Super lecker!

Ich hatte leider keine Zeit einen ausführlichen Artikel über die Tomaten für diese Saison zu machen oder etwas dazu zu zeigen. Aber natürlich gibt es sie. Tomaten sind doch meine Leidenschaft! Ich hatte mit der Anzucht gefühlt etwas spät begonnen und sie sahen im Vergleich zu Anderen richtig mickrig aus, aber jetzt bin ich total zufrieden mit ihnen. Sie haben aufgeholt auch wenn sie nie vergleichbar mit den Tomaten im Laden sind. Aber sie sind genau zum “richtigen” Zeitpunkt “fertig” geworden. Damit meine ich gerade so groß, dass sie in den Töpfen noch wachsen konnten, bis die Eisheiligen vorbei waren. Dadurch haben sie aber keinen Wachstumschock, wie viele Pflanzen die zu früh von der Wohnung nach draußen müssen. Sie werden jetzt rasant zulegen.

Ich habe dies Jahr ein Versuch mit Freilandtomaten, der Rest ist unter Folie oder im Gewächshaus. Ich habe dies Jahr die Sorten: Azoychka, Big Beauty, Green Zebra, Black Zebra Cherry, Tschernij Prinz, Outer Space, Morado, Green Moldovan, Michael Pollan, Vesenji Michurinski, Antho Weiß, Gelbes Birnchen, Gelbe Dattelwein, “Regentonne”, Orange Russian, Zuckerpflaume und Sunrise Bumblebee. Ich werde die Sorten natürlich im Sommer richtig vorstellen.

Draußen stehen immer noch übrige Tomaten und Paprika, für die ich noch keine Abnehmer gefunden habe. Die Leiter steht gerade vor dem Weinspalier, weil ich hier überflüssige und nicht tragende Triebe entferne. Darunter meine zugegeben wenig ansehnlichen Bauwannen mit Paprika, Chili und einer Aubergine. Nicht schön, aber hoch effektiv.

Es wird hier sehr warm und das Haus strahlt die Tageswärme noch in der Nacht ab. Dank der kleinen Abflüsse in der Wanne und die Tropfbewässerung kann ich ausreichen Wasser bieten. Sie benötigen Mehr als die Tomaten, deswegen gehen sie nicht gut in einem Gewächshaus. Bei Chili ist das noch vereinbar. Hier kann ich auch immer die Komposterde austauschen, denn Paprika und Auberginen zeigen sich recht nährstoffhungrig.

4 Comments

  1. hallo sas,
    ich muss mich jetzt doch mal melden. mir geht es gut, die lange ‘schreibpause’ liegt daran, dass ich im frühjahr anderes zu tun hatte.
    egal wie, garten ist aber dennoch angesagt.
    du hattest ja doch wohl einige ausfälle, da die saat nicht aufgegangen ist.
    ich denke, dass lag am sehr trockenen wetter. meine ersten versuche, radieschen, rauke, salat div. und saubohnen waren ein totalausfall, lediglich der spinat kommt jetzt so nach ca. 6 wochen langsam in fahrt.

    bei dir sieht ja alles schon sehr grün aus, wunderbar.

    es grüsst dich
    hanna

    • sas

      Juni 6, 2020 at 6:23 pm

      Hallo Hanna, danke, da bin ich aber froh, man weiß ja immer nicht, wenn man sonst nicht so viel miteinander zu tun hat, was das bedeutet. Ja zu der Saat, das kann gut sein. Und vielleicht ist mein Saatgut hier und da auch zu alt gewesen. Ich horte das immer ewig.

      lg und frohes gärtnern dir, sas

  2. Sehr schön ist dein Gemüsegarten. Es geht uns wohl allen so, wir alle warten auf die Erfindung der Gummibeete. Da gibt es immer den Standard – also das was man jedes Jahr anbaut weil man es halt für die Küche braucht. Aber auch so viele Pflanzen, die man mal ausprobieren möchte. Ach jaaa.
    Viele Grüße und eine gute Ernte
    Claudia

    • sas

      Juni 6, 2020 at 6:33 pm

      Hallo Claudia,

      Danke:-) Gummibeet, das ist ja herrlich. Ich brauch ein Gummigrundstück:-) Ja du hast recht, ich bin derzeit auch viel mit Standard beschäftigt, aber ich würde gerne gestaffelt anbauen, aber dafür reicht der Platz auch nicht. Naja. Is halt so. Vielleicht fällt mir mal noch n alter Bauernhof in die Hände:-)

      lg Sas

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